Deutsches Märchen- und Wesersagen-Museum Bad Oeynhausen

Privates Bild: Das Deutsche Märchen- und Wesersagen-Museum Bad Oeynhausen.

Die Tourismusroute „Deutsche Märchenstraße“ erstreckt sich über 600km von Hanau bei Frankfurt am Main bis nach Buxtehude hinter Bremen. Eine Perle der Märchenstraße liegt im nördlichen Westfalen, direkt an der Weser, im malerischen Zentrum des Kurorts Bad Oeynhausen. Diese Perle ist das Deutsche Märchen- und Wesersagen-Museum, der Preisträger des Europäischen Märchenpreises 2019.

Die märchenhafte Dauerausstellung als auch das Büchermagazin in der Paul-Baehr-Villa gehen zurück auf die Privatsammlung von Dr. Karl Paetow (1903-1992) und spiegeln seit der Museumseröffnung im Jahr 1973 bis heute die Sammlungsinteressen des begnadeten Erzählers, Literaturwissenschaftlers und Kunsthistorikers wider. Dazu gehören neben Volksmärchen im Allgemeinen vor allem die Sagengestalten Frau Holle, Rübezahl und Widukind. Heute präsentiert das Märchenmuseum wechselnde Sonderausstellungen zu allerlei Themen und veranstaltet regelmäßig Erzählstunden, allesamt unterstützt vom Förderkreis Deutsches Märchen- & Wesersagen-Museum e.V.

Seit 1992 ist die Kulturhistorikerin Dr. Hanna Dose Museumsleiterin, doch das größte Wechselbad der Gefühle durchlebte sie um die Jahrtausendwende. Lange Zeit war die Zukunft des Märchenmuseums ungewiss, es schwankte zwischen der Aussicht auf ein neuartiges, internationales Märchenzentrum und der Möglichkeit einer Schließung aufgrund kommunaler Sparmaßnahmen. Der „Kompromiss“ bestand in der Durchsanierung der seit jeher bezogenen Gründerzeitvilla direkt am Kurpark.

Ungeachtet der zentralen Lage fehlen dem Gebäude leider gesonderte Räume für museumspädagogische Aufgaben, Arbeitsräume und eine Werkstatt zur Vorbereitung von Ausstellungen und Veranstaltungen, Platz für Garderobe und Café. Die nächste Herausforderung besteht in der Wiederbesetzung in der Museumsleiterstelle 2021, wenn Frau Dr. Dose und ihre Museumssekretärin beide in den wohlverdienten Ruhestand gehen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Stadt Bad Oeynhausen ihr Alleinstellungsmerkmal entlang der „Deutschen Märchenstraße“ erhält und das Märchenmuseum mit einer angemessenen Personal- und Finanzausstattung zukunftsfähig macht. Ansonsten bleibt noch die Spenden-basierte Finanzierung durch den Förderkreis.

Weiterführende Links:

Besucht gern die Internetseite des Förderkreises des Deutschen Märchen- & Wesersagen-Museums e.V. unter www.maerchenmuseum-foerdern.de .

Den Europäischen Märchenpreis verleiht die Walter-Kahn-Stiftung (Herausgeber vom Märchenspiegel – Zeitschrift für internationale Märchenforschung und Märchenpflege) jährlich an natürliche bzw. seit 2019 erstmals an juristische Personen, die sich um den Stiftungszweck, also die „Erforschung und Pflege des europäischen Märchenguts“ besonders verdient gemacht haben. Für eine Galerie aller Preisträger siehe: https://www.maerchen-stiftung.de/preise-der-maerchen-stiftung-walter-kahn/europaeischer-maerchenpreis/ (Zuletzt aufgerufen und verwendet am 02.08.2019).

Ein ausführliches Porträt des Deutschen Märchen- und Wesersagenmuseums in Bad Oeynhausen sowie seiner Spezialbibliothek findet sich in der Zeitschrift Märchenspiegel, Ausgabe 1(2019), S.50-57.

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