B.E. Pfeiffers „Der Fluch des dunklen Prinzen“

Das schwarz-weiße Titelbild auf meinem selbstgekauften (!) eReader, private Aufnahme.

Anfang Januar durchforstete ich die aktuellen Lovelybooks-Leserunden und stieß auf B. E. Pfeiffers „Der Fluch des dunklen Prinzen“ aus dem schweizerischen Sternensand Verlag. Die Buchzusammenfassung erinnerte mich sogleich an den Konflikt zwischen Thor und Loki – also wahrhaft märchenhafter Stoff! Meine Teilnehmerlos gewann und kurz darauf erhielt ich das Bewerberzahlen zufolge heißbegehrte eBook.

In Erwartung einer kuschelig-romantischen Adaption nordischer Göttersagen staunte ich nicht schlecht beim Anblick des Untertitels: „Erotisches Märchen“. Bereits im ersten Kapitel ging es hoch her und ich wappnete mich mental für „Fifty Shades of Grey“ mit den sieben Zwergen. Doch glücklicherweise gebot eine sittsame Prinzessin dem wilden Treiben Einhalt! Zumindest vorübergehend…

Gemach, gemach! Am Anfang steht ein Fluch, der seit Generationen auf den Königssöhnen des Reichs Padum lastet. Demnach giert der Zweitgeborene, der dunkle Prinz, stets nach dem Thron seines älteren Zwillingsbruders und stürzt das magische Königreich entweder in einen Bürgerkrieg oder findet in weiter Ferne sein Liebesglück.

Dasselbe Schicksal droht auch Liam, der mit dem Heranrücken seines 21. Geburtstags immer riskantere Pläne schmiedet. Bis eines Tages aus einem befreundeten Königreich die Kronprinzessin Celeste eintrifft und mit ihrer Schönheit sowie unkonventionellen Art Liams Sinne verwirrt.

Die gegensätzlichen Prinzenbrüder Liam und Kieran veranstalten einen Wettbewerb, wer die Gunst und einen Kuss der schönen Celeste gewinnt. Als Leserin möchte man dahinschmachten, weil nicht der oberflächliche Frauenheld Kieran, sondern der gefühlvolle Liam das Rennen macht.

Ohnehin scheint die Liebe zwischen Liam und Celeste Vorsehung gewesen zu sein: Es begegnen sich zwei von den Göttern verfluchte, deren Zusammenschluss entweder die Menschheit ins Verderben stürzt oder aber die beiden Flüche endgültig bricht. Fesselnd bis zur letzten Seite!

Dieses Jugendbuch bietet für alle Gefühlslagen sprachlich gelungene Schilderungen. Von Komik, Romantik und prickelnder Erotik, über Anspannung, Ekel und dem blanken Horror! Kurzzeitig dachte ich sogar an eine Altersfreigabe für diesen Märchenroman, doch dann besann ich mich auf die Revisionen Grimm‘scher Märchen, woraufhin diese weniger erotisch und gewalttätig wurden. Ob Märchen oder Märchenromane: Diese Erzählung spricht ein jugendliches und jung gebliebenes Publikum an, ist aber definitiv nichts für Zartbesaitete. Für mich war es, nicht zuletzt aufgrund der nuancierten Ausdrucksweise, ein überraschend vielseitiges Lesevergnügen und damit eine wertvolle Erfahrung mit den Lovelybooks-Leserunden.

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