Die Märchenspinnerei: Es war einmal… ganz anders!

Privates Bild, keine Werbung – auch der tolino ist selbstgekauft.
Auf den Geschmack gekommen: Kennenlernen mit der Märchenspinnerei durch die Märchenanthologie!

Für meine allererste Buchmesse, die BUCHBERLIN 2019 in der ARENA BERLIN, musste ich, überspitzt gesagt, einfach nur vor die Haustür gehen. Die Erinnerung an das Arbeitstreffen an jenem nebeligen Novembertag hat sich tief in mein Gedächtnis und in meine Haut eingegraben.

Denn leider hatte ich meine Handschuhe vergessen und trug mit bloßen Händen einen wuchtigen Jutebeutel voller Spontankäufe und Flyer heim. Trotz der Eiseskälte hatte sich der Streifzug gelohnt und ein Flyer hatte es mir besonders angetan: von der MÄRCHENSPINNEREI!

In der Märchenspinnerei erhalten unsere altbekannten und geliebten Märchen ein zeitgemäßes Gewand. Das Spinnen, also die Herstellung von Garn, symbolisiert Fleiß und ist in Märchen oft eine Heiratsprobe für die Frau. Da es eine typisch weibliche Tätigkeit war, ist auch die Märchenspinnerei ein Zusammenschluss von 16 Autorinnen.

Seit Februar 2017 erscheinen die Romane und Novellen im Selbstverlag oder bei kleineren Verlagen (eine vollständige Übersicht steht am Ende dieses Beitrags). Wer sich, wie ich, mit dem Gedanken trägt, die Bücher nach und nach durchzulesen, verschafft sich am besten gleich am Anfang einen Überblick über die verschiedenen Genres mit der Anthologie „Es war einmal… ganz anders“.

Die Kurzgeschichten in dieser Märchenanthologie lassen sich grob in 3 Kategorien einteilen. Erstens jene Erzählungen, die sich 1:1 an der Struktur des ursprünglichen Märchentexts orientieren und die Handlung lediglich in unsere moderne Welt verlegen. Zweitens solche Erzählungen, die eine überraschende Wendung einbauen und die Geschichte ansonsten in ihrer „natürlichen Umgebung“ belassen. Und dritten jene Erzählungen, die sich lose an einem Märchenmotiv orientieren, aber eine völlig neue Geschichte erzählen. In diesem Sinne dürfte für jeden etwas Passendes dabei sein!

Anstatt euch das Lesevergnügen mit Inhaltsangaben bereits im Vorfeld zu verderben, stelle ich 13 Fragen in den Raum, auf denen die 13 Kurzgeschichten fußen:

Könnte Aschenputtel auf der Feier mehr als nur seine Armut versteckt haben? (Katherina Ushachov: Eine Avocado für Aschenbrödel).
Ist Blut dicker als Wasser? (Susanne Eisele: Wer dreimal lügt, kriegt’s knüppeldick).
Was tut Allerleirauh, wenn es unter der Verkleidung keine prächtigen Kleider trägt? (Janna Ruth: Unter seinen Blicken).
Reicht eine Woche, um die Liebe seines Lebens zu erkennen? (Julia Maar: Der Informatiker und das Biest).
Wie lange können Streichhölzer ein Leben erhalten? (Valentina Kramer: Das Mädchen mit den Streichhölzern).
Kommt wahre Schönheit vielleicht doch von Innen? (Christina Löw: Eine Krone für die Freundschaft).
Was wäre, wenn König Drosselbart sich die Prinzessin mit Gewalt zu Willen gemacht hätte? (Sylvia Rieß: Der Sohn des Spielmanns).
Stand Rumpelstilzchen am Ende auf der Seite des „Königs“? (Mira Lindorm: Strohgold).
Gibt es heutzutage noch immer Parallelwelten wie bei der kleinen Meerjungfrau? (Sabrina Schuh: Ein Teil deiner Welt).
Könnte Schneewittchen in einer fernen Zukunft die Welt gerettet haben? (Anna Holub: Lumi).
Hat sich das „Biest“ in Wahrheit nur selbst geschützt? (Laura Kier: Das Herz der Rosen).
Ist die Rosenhecke nur ein Symbol für den Selbstschutz? (Barbara Schinko: Als ich Dornröschen war).
Ist ein märchenhaftes Ende überhaupt planbar oder findet die Liebe ihren Weg vielleicht doch von selbst? (Tina Skupin: Ein Happy End ist harte Arbeit).

Auf geht’s in die fabelhafte Welt der Märchenspinnerei!

Alle Romane der Märchenspinnerei seit 2017:
Buch 1: Der Axolotlkönig. Von Sylvia Rieß. Frei nach Grimms „Froschkönig“.
Buch 2: Ein Mantel so rot. Von Barbara Schinko. Frei nach Perraults „Rotkäppchen“.
Buch 3: Hollerbrunn. Von Tina Skupin. Frei nach Grimms „Frau Holle“.
Buch 4: Kein Schnee im Hexenhaus. Von Susanne Eisele. Frei nach Grimms „Hänsel und Gretel“.
Buch 5: Im Bann der zertanzten Schuhe. Von Janna Ruth. Frei nach Grimms „Die zertanzten Schuhe“.
Buch 6: Leuchtendschwarzer Rabenmond. Von Valentina Kramer. Frei nach Grimms „Die sieben Raben“.
Buch 7: Meerschaum. Von Anna Holub. Frei nach Andersens „Die kleine Seejungfrau“.
Buch 8: Zarin Saltan. Von Katherina Ushachov. Frei nach Puschkins „Zar Zaltan“.
Buch 9: Der siebte Sohn. Von Julia Maar. Frei nach Perraults „Aschenputtel“.
Buch 10: Herzenswünsche kommen teuer. Von Mira Lindorm. Frei nach „1001 Nacht“.
Buch 11: Unter schwarzen Federn. Von Sabrina Schuh. Frei nach Andersens „Das hässliche Entlein“.
Buch 12: Träume voller Schatten. Von Christina Löw. Frei nach Hauffs „Zwerg Nase“.
Buch 13: Tropfen der Ewigkeit. Von Eva-Maria Obermann. Frei nach Grimms „Rapunzel“.
Buch 14: Das erste Lied. Von Susanne Eisele. Frei nach Grimms „Rumpelstilzchen“.
Buch 15: Unter pinken Sternen. Von Sabrina Schuh. Frei nach Grimms „Sterntaler“.
Buch 16: Der tote Prinz. Von Katherina Ushachov. Frei nach Puschkins „Die tote Prinzessin und die sieben Recken“.
Buch 17: Der Kater unter dem Korallenbaum. Von Christina Löw. Nach Perraults „Der gestiefelte Kater“.
Buch 18: Myalig – das gestohlene Leben. Von Laura Kier. Frei nach „Die Schöne und das Biest“.
Buch 19: Saving Rapunzel. Von Rabea Blue. Frei nach Grimms „Rapunzel“.
Buch 20: Unter gläsernen Fassaden. Von Sabrina Schuh. Frei nach Grimms „Aschenputtel“.

Alle Novellen aus der Märchenspinnerei-Serie „Licht und Schatten“ seit 2019:
Nach Grimms „Die Gänsehirtin am Brunnen“:
Buch 1: Die Tränen der Sidhe. Von Sylvia Rieß.
Buch 2: Das Herz der Sidhe. Von Sabrina Schuh.
Nach Grimms „Brüderchen und Schwesterchen“:
Buch 3: Wild Hunt Casino. Von Tina Skupin.
Buch 4: Der Herr der wilden Jagd. Von Janna Ruth.
Nach Grimms „Rumpelstilzchen“:
Buch 5: Ein Funke Magie. Von Elena Münscher.
Buch 6: Ein Kind der Magie. Von Mira Lindorm.

P. S. : Bei den ersten beiden Novellen hatte ich geschrieben, sie basieren auf Grimms „Die Gänsemagd“, aber das stimmt nicht. Danke für den Hinweis an Barbara Schinko 🙂

2 Kommentare zu „Die Märchenspinnerei: Es war einmal… ganz anders!

  1. Vielen lieben Dank für die tolle Rezi! Eine klitzekleine Anmerkung: Die beiden Sidhe-Novellen beruhen auf dem Märchen „Die Gänsehirtin am Brunnen“. „Die Gänsemagd“ kommt aber auch noch, versprochen! 🙂 Liebe Grüße Barbara

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