E. T. A. Hoffmanns „Nussknacker und Mausekönig“

Handlich dank Reclams Universalbibliothek. Private Aufnahme, selbstgekauftes Buch.

Laut Kirchenkalender endet die Weihnachtszeit zu Maria Lichtmess, also erst am 2. Februar. Solange die Tannenbäume noch stehen und die Lichterketten vor sich hin blinken, wollen wir uns den düsteren Januar nicht bloß mit Plätzchenresten versüßen. Sondern auch mit den zeitlosen Klassikern der Weihnachtsunterhaltung.

Meine persönlichen Favoriten sind die SISSI-Trilogie mit Romy Schneider, ausgewählte DEFA-Filmmärchen und Charles Dickens Roman „Eine Weihnachtsgeschichte“.

Keinesfalls fehlen darf Peter Iljitsch Tschaikowskis (1840-1893) Ballett „Der Nussknacker“ (1892, hier aufgeführt vom Russischen Staatsballett). Inspiriert wurde der russische Komponist von Ernst Theodor „Amadeus“ Hoffmanns (1776-1822) Erzählung „Nussknacker und Mausekönig“ (1816).

Eine 9-minütige Zusammenfassung gibt es hier bei „Sommers Weltliteratur to go“ und eine literaturwissenschaftliche Werkinterpretation hier im E. T. A. Hoffmann-Portal der Staatsbibliothek zu Berlin.

Beim „Nussknacker und Mausekönig“ handelt es sich um ein Kunstmärchen, das übermütig balanciert zwischen Realität, Traum und Phantasie. Wobei die Realität zu Beginn des 19. Jahrhunderts bekanntlich eine andere war als die unsere in den 2020er Jahren…

So ist es doch erstaunlich, dass die Klassiker der Weihnachtsliteratur mehrheitlich vor 200 Jahren in der Epoche der Romantik entstanden und im bürgerlich-aufgeklärten Milieu der kulturprägenden Zeitgenossen spielen.

Wir erleben intakte Familien in gesicherten Einkommensverhältnissen. Dazu bunte Gabentische mit allerlei Zuckerwerk und Kleidchen mit hübschen Schleifchen, die vom heiligen Christ einbeschert wurden. Ist es da nicht sonderbar, dass ausgerechnet in solch einer behüteten Welt die Fantasie mit kleinen Kindern wie Marie Stahlbaum durchgeht?

Nun ist aber noch einen Monat lang Weihnachtszeit. Und wenn sich Groß und Klein bis zum heutigen Tage an phantastischen Kunstmärchen erfreuen, die in einer heilen Welt spielen, wollen wir auch der frommen und treuen Marie Stahlbaum die Hochzeitsreise ins verzauberte Puppenreich gönnen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.